Bloodhound / Chien de Saint Hubert


Geschichte

Grossgewachsener Laufhund, insbesondere ein ausgezeichneter Spürhund, dessen Ursprung sehr weit in der Vergangeheit liegt. er ist seit Jahrhunderten wegen seines außerordentlichen Geruchsinns und seiner hervorragenden jagdlichen Eigenschaften bekannt und geschätzt. Die Mönche der Abtei St. Hubert in den Ardennen haben ihn gezüchtet. Er stammt von den schwarzen oder schwarz-lohfarbenen Hetzhunden des Mönchs Hubert im 7. Jahrhundert ab, der später Bischof und nach seiner Heiligsprechung zum Schutzheiligen der Jäger erkoren wurde. Die großen St. Hubert Laufhunde breiteten sich in den Ardennen aus, in deren ausgedehnten Wäldern viel Hochwild anzutreffen war.

 

Man rühmte diese Bluthunde wegen ihrer Robustheit und Ausdauer, besonders bei der Hetzjagd auf Wildschweine. Die ersten St. Hubertus-Hunde waren schwarz, später aber auch schwarz und lohfarben. Im 11. Jahrhundert wurden sie druch Wilhelm den Eroberer in England eingeführt. Zur selben Zeit tauchten dort Hunde vom gleichen Typ, aber von vollstänig weißer Farbe, sogenannte "Talbot Hounds", auf. In England wurden die importierten St. Hubertus-Hunde zu den Stammvätern der sogenannten "Bloodhounds" (=Bluthunde), ein Name, der von "blooded hound" abgeleitet ist, was "Laufhund von reinem Blut", also "reinrassiger Laufhund" bedeutet. Später entwickelte sich die Rasse auch in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort wurden sie vor allem Südstaaten besonders zur Suche nach entflohenen Sklaven verwendet.

Allgemeines Erscheinungsbild

Massiver, gross-gewachsener Jagd- und Spürhund, der mächtigste aller Laufhunde. Harmonisch in seinen Umrisslinien, starkknochig und gut bemuskelt, sehr substanzvoll, ohne jedoch schwer zu wirken. Sein Gebäude ist länglich, das heißt rechteckig. Seine Gesamterscheinung ist beeindruckend und voller Adel. Seine Haltung strahlt Würde aus. Kopf und Hals fallen durch die reich entwickelte, geschmeidige und dünne Haut auf, die in tiefen Falten herunterhängt.Seine Bewegungen sind imponierend, eher langsam und irgendwie rollend, wiegend, aber geschmeidig, elastisch und frei. Kein Merkmal soll so übertrieben sein, daß die Harmonie der Gesamterscheinung gestört wird, der Eindruck von Grobheit erweckt wird oder es gar der Gesundheit und dem Wohlbefinden des Hundes schadet. Alsmögliche Übertreibungen können gelten: zu tief eingesetzte oder zu kleine Augen; schlaffe Augenlider; übertrieben reichliche lose Haut mit zu vielen und zu tiefen Falten; zu stark ausgebildete Wamme; zu schmaler Kopf. Zu grosse Hunde mit allzu schwerem oder zu massivem Körper sind ebenfalls unerwünscht, da ihre Gebrauchstüchtigkeit dadurch beeinträchtigt wird.

Verwendung

Lauf- und Meutehunde für Hochwild, Fährtenhunde und Familienhunde. Er war und ist heute noch ein Jagdhund, der wegen seiner hervorragenden Nase vor allem als Spürhund verwendet wird; er wird aber auch oft für das Auffinden der Fährte verwundeter Tiere, auf Schweissprüfungen und auch bei der Polizeiarbeit für die Suche nach verschwundenen Personen eingesetzt. Dank seinem funktionstüchtigen Körperbau ist der Bluthund sehr ausdauernd, was ihm zusammen mit seinem außerordentlichen Geruchsinn erlaubt, mühelos und über weite Distanzen, auch in schroffem Gelände, eine Fähre zu verfolgen.

Wesensmerkmale

Sanftmütig, ruhig, freundlich und umgänglich mit Menschen, besonders stark auf seinen Herrn geprägt. Verträglich gegenüber Artgenossen und anderen Haustieren. Eher zurückhaltend und eigensinnig. Gleichermaßen empfindsam auf Lob wie auf Tadel reagierend. Nie aggressiv. Seine Stimme ist sehr tief, aber ist kein Kläffer.

Charakteristika

FCI-Gruppe 6 Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen; Sektion 1 Laufhunde / große Laufhunde; FCI-Standard-Nummer 84

Herkunftsland: Belgien

Widerristhöhe: Rüden - 68 cm, Hündinnen - 62 cm (+/- 4 cm Toleranz)

Gewicht: Rüden - 46-54 kg, Hündinnen - 40-48 kg

Pflege: pflegeleicht - kurzes Haarkleid

Wesen: sanftmütig, ruhig, freundlich, zurückhaltend, eigensinnig

Gebrauchstüchtigkeit: Lauf- und Meutehund, Fährtenhund und Familienhund

Lebenserwartung: 10-12 Jahre